Das zweite Wochenende in kurzer Folge, dass wir richtig genießen konnten. Normalerweise sind wir durch Svens Arbeitszeiten ja auf einzelne freie Tage beschänkt (Donnerstag und Sonntag), umso schöner, wenn sich durch Feiertage mal ein richtiges Wochenende ergibt.
An Pfingsten steppte in Berlin dieses Jahr ohnehin der Bär, denn der Karneval der Kulturen ging am Wochenende über die Bühne. Nachdem wir die Veranstaltung die letztes Jahr ignoriert haben, haben wir diesmal am letzten Tag kurz vorbeigeschaut, vor allem weil wir unser Spieler-Trüppchen einmal sehen wollten. Als so richtig glücklich erwies sich das nicht, denn das, was wir vom Karneval zu sehen bekamen war vor allem voll, laut, dreckig und nervig. Die Lautstärke verhinderte auch so ein bisschen das persönliche Kennenlernen unserer teils langjährigen “Spielkameraden”. Dass ich beim Fangen spielen mit Vincent auf einer gut bevölkerten Wiese auch noch in einen frischen Hundehaufen getreten bin und mir Schuhe und Jeans großzügig verpestet habe, half diesem kulturellen Großereignis auch nicht besonders. ;-)
Besonders für Vincent hatte die Veranstaltung keinen Reiz, denn die Gefahr, dass er in den Menschenmassen verloren geht, war ebenso hoch, wie die Gefahr sich an herumliegendem Müll zu verletzten oder in irgendeine brennende Zigarette zu rennen. Außerdem gab es keine Möglichkeit für ihn, sich frei zu bewegen und kein Eis. Erst später habe ich gesehen, dass es für Knirpse speziell einen Kinderkarneval gab, der am 30. Mai stattgefunden haben muss. Ob die Atmosphäre da besser war, kann ich allerdings nicht sagen.
Hoffnungsvoller verlief da der Kindertag für unseren Nachwuchs, der mit einem gemütlichen Morgen begann und sich mit Vincents mutmaßlichem Lieblingsgericht (Spaghetti, Tomatensauce) zum Mittag sowie einem ausgiebigen Mittagsschläfchen fortsetzte, bis wir gegen 15.30 Uhr dann zum Ritterfest im BUGA-Park Potsdam fahren konnten. Der Park ist sehr angenehm und eignet sich sehr gut für Wochenendausflüge – eigentlich finden wir ihn sogar schöner als der näher gelegene Britzer Garten (auch ehemaliges BUGA-Gelände). Von Oma und Opa großzügig mit 20 Euro gesponsort, die zusammen mit einer zuckersüßen Gänseblümchenkarte pünktlich zum Kindertag hier eingetroffen sind, aß Vincent Eis und fuhr alleine auf einem Minikarusell, wo er sich für ein eigenes Pferdchen entschied. Leider habe ich davon keine Fotos gemacht, vielleicht hat Sven welche geknipst Sven hat zum Glück eins geknippst – uns fehlt definitiv eine vernünftige Kamera!
Es gab einen Ritterkampf zu sehen, der ziemlich aufregend war, weil die Rüstungen und Waffen offenbar wirklich schwer und massiv waren. Es knallte jedenfalls ordentlich, wenn Metall auf Metall traf. Und beim Laufen schepperten die Rüstungsteile eindrucksvoll. Obwohl Vincent nicht der einzige seiner Altersgruppe, der zusah, hatten wir doch Skrupel, ob das das Richtige für einen knapp Dreijährigen ist und wanderten noch eine Runde über das Gelände. Das war alles ganz hübsch gemacht, kam aber nicht an die Ritterfeste und Mittelaltermärkte heran, die wir aus Thüringen kennen. Dort ist das alles im Schatten der vielen Burgen und mittelalterlichen Stadtmauern auch irgendwie authentischer.
Wie so oft, waren wir mit zu wenig Bargeld unterwegs, so das wir sehr knausern mussten und nicht die ganzen Leckereien probieren konnten. Aber immerhin, neben Karusell und Eis, gönnten wir uns Feuerfleisch und einen sehr leckeren Apfelkrapfen. Als wir das Fest verließen, stellte sich das noch als kleines Highlight für Vincent heraus, denn es zog mal wieder ein Gewitter mit heftigem Regen auf.
Kaum saßen wir im Auto, fielen Sturzbäche vom Himmel und Vincent beobachtete verzückt Blitze und lauschte nach Donnerschlägen.
Bilder vom Wochenende gibt es hier.



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